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Old School – Wir lassen nichts anbrennen

Regie: Todd Phillips

Genre: Comedy

Erscheinungsjahr: 2003

Mitch (Luke Wilson) ist Immobilien-Anwalt und führt ein recht durchschnittliches Leben. Er lebt mit seiner Freundin in einem Haus und verbringt viel Zeit, mit seinen beiden besten Freunden Frank (Will Ferrell) und Bernard (Vince Vaughn). Er kommt früher als geplant von einer Geschäftsreise nachhause und erwischt seine Freundin bei wilden Orgien, mit diversen Fremden. Dies überschattet die Beziehung und die beiden Trennen sich voneinander, sodass Mitch eine neue Bleibe finden muss. Durch Kontakte kommt er kostengünstig an ein kleines Haus auf dem Gelände der Universität. In dem neuen Haus wittern er und seine Freunde die große Chance. Die drei Männer wollen sich nochmal so fühlen, wie zu ihrer Unizeit und veranstalten eine riesige Party in Mitchs Haus, es soll die erste Party in einer ganzen Reihe werden. Als der Dekan von der Party mitbekommt versucht er die drei Männer wieder loszuwerden. Die einzige Chance, die die Drei haben ist eine anerkannte Studenten-Verbindung ins Leben zu rufen. In ihrer Verbindung wollen sie Außenseitern eine Anlaufstelle geben, so gründen sie ihre Verbindung mit den unterschiedlichsten und skurrilsten Charakteren, die sie finden können und geraten dabei immer wieder mit der Leitung der Universität aneinander.

Bei „Old School“ bekommt man genau den Film, den man erwarten würde. Immerhin besetzten die Hauptrollen, drei großartige Komiker, die durch ihre sehr lustigen Rollen in anderen Filmen bekannt sind. Dazu kommt mit Todd Phillips ein Regisseur, der sehr viel vom Comedy Handwerk versteht. Phillips war 2003 ein noch sehr unbekannter Filmemacher, trotzdem hat er mit „Roadtrip“ im Jahr 2000 bereits eine Kult-Komödie geschaffen und diesen Trend dann spätestens 2009 mit „The Hangover“ fortgesetzt hat. Beide Filme sind nicht die tiefsinnigsten Filme, man muss Phillips aber lassen, dass er den Geschmack der breiten Masse trifft. Dass er auch tiefgründige, komplexe Filme machen kann hat Todd Phillips spätestens im Jahr 2019 mit „The Joker“ bewiesen. Zusätzlich hat er sehr talentierten Schauspielern wie Bradley Cooper oder Zach Galifianakis in die öffentliche Wahrnehmung gerückt und ihnen zu größeren Rollen verholfen

Leider sind nicht alle Filme von Todd Phillips wegweisend und so ist „Old School“ leider sehr durchschnittlich. Trotzdem bringt der Film alles mit, dass einem in den Sinn kommt, wenn man an US-Comedies aus den frühen 2000ern denkt. Party, College, Sex und am Ende eine glückliche Liebesgeschichte, ganz wie aus dem Comedy Lehrbuch.

Darüber hinaus bietet der Film leider nichts und ist sehr vorhersehbar. Es ist sehr schade, wenn man den nächsten Gag schon aus meilenweiter Entfernung kommen sieht und es dann nicht mal eine Überraschung gibt. Als Mitch am Anfang des Films in sein Haus geht und auf den ersten Blick seine Frau nicht sieht und Richtung Schlafzimmer geht ist klar, dass sie ihn gerade betrügt.  Leider verhält es sich so mit den meisten Gags im Film.

Man muss dem Film allerdings sein Alter von 18 Jahren zugestehen, in der Zwischenzeit gab es sehr viele Filme, die sich an dieser Formel bedient haben. Wenn man dann im Jahr 2021 zum ersten Mal „Old School“ sieht, kann er natürlich wenig neues bieten. Darüber hinaus merkt man dem Film an, worüber 2003 noch gelacht wurde, ohne zu hinterfragen, ob das richtig ist. Als Frank ohnmächtig aus einem Pool gezogen wird und Mund-zu-Mund beatmet wird, fängt er an seinen Retter zu küssen, dieser ekelt sich und tritt ihn zurück in den Pool. Solche Situationen werden dann nicht weiter eingeordnet, sondern einfach stehen gelassen, als wäre es seltsam, wenn ein Mann einen anderen Mann küssen würde. In einer anderen Szene sehen wir einen homosexuellen Blow-Job-Trainer, der den Frauen zeigt, wie man richtig mit einem Mann umgeht. Die Szene allein ist schon sehr fragwürdig, aber dieser Trainer, ist so klischeebehaftet, dass es unangenehm ist. Frauen sind bei „Old School“ allgemein keine besonders komplexen Figuren, eigentlich dienen die nur dazu ihren Männern das Leben schwer zu machen und zu verhindern, dass ihre Partner so sein können, wie sie wirklich sind. Alle anderen Frauen, die uns in dem Film gezeigt werden, sind schöne junge Stundentinnen, die von den Hauptfiguren objektifiziert werden. Auf der Party zu Beginn des Films, lernt Mitch eine junge Frau kennen, die nach viel Alkohol morgens in seinem Bett aufwacht. Später stellt sich raus, dass sie noch zur Highschool geht und eventuell sogar minderjährig ist. Es wird zwar offengelassen, ob sie nicht schon 18 Jahre alt ist, trotzdem wird das nicht weiter thematisiert, sondern einfach nicht weiter behandelt.

Auch wenn man dem Film sein Alter zugestehen kann, muss man doch sagen, dass andere ältere Filme es besser hinbekommen, auch heute noch zu funktionieren. Filme wie „Die Truman Show“, „Kevin – allein zu Haus“ oder „The Big Lebowski“, zünden auch noch Jahre später und müssen sich dazu nicht an billigen Gags bedienen.

Der Film ist aber nicht nur ein Bedienen an seltsamen Klischees, sondern hat auch ein paar ganz nette Momente. In der Verbindung, die die drei Männer gründen, finden viele Außenseiter eine Zugehörigkeit und versuchen mit ganzer Kraft, das Konstrukt zusammenzuhalten. Der Film vermittelt uns, dass wir nicht die makellose Cheerleaderin oder der durchtrainierte Footballspieler sein müssen, sondern dass wir alle irgendwo unseren Platz haben und jeder Mensch es wert ist geleibt zu werden.

„Old School“ ist kein herausragender Film, aber doch eine ganz nette Komödie für nebenbei. Dazu muss ich aber auf jeden Fall die Warnung geben, wenn man keine veralteten Klischees sehen will, sollte man eher Abstand nehmen. Für mich ist „Old School“ ein Film für nebenbei, bei dem man nicht zu sehr aufpassen muss, bei dem man sich auch nicht ärgert, wenn man nebenbei einschläft.

Bewertung: 5 von 10.

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