Willkommen bei Crispys Filmwelt. Ihr findet euch im Dschungel der Filme und Serien nicht mehr zurecht? Dann seid ihr hier genau richtig. Bei mir findet ihr unterschiedlichste Reviews zu Filmen und Serien.

Buster’s Mal Heart

Regie: Sarah Adina Smith

Genre: Krimi, Drama

Erscheinungsjahr: 2016

Buster (Rami Malek) ist ein exzentrischer Freigeist, der sich vor der Gesellschaft in den Bergen versteckt. Um die kalten Wintermonate in der Wildnis zu überstehen, bricht er in Ferienhäuser reicher Städter ein, die nur wenige Monate genutzt werden und sonst das ganze Jahr leer stehen. Mittlerweile verbringt er seit fünf Jahren seines Lebens abgeschottet von der Gesellschaft. Während er seine Zeit in den leerstehenden Häusern verbringt, ruft er regelmäßig bei Fernsehshows an, um die Menschen vor der Inversion zu warnen. Es soll sich dabei um ein Ereignis handeln, dass zum Jahreswechsel ins Jahr 2000 alles umdrehen wird, oben wird zu unten und negativ wird zu positiv.
Zeitgleich ist Buster geplagt von seinen Erinnerungen. Bevor er die Gesellschaft hinter sich gelassen hat, war er verheiratet und hatte eine kleine Tochter. Um genug Geld zu sparen, damit er sich mit seiner kleinen Familie ein Stück Land kaufen kann, übernimmt Jonah die Nachtschichten in einem Hotel als Concierge.
Eines Abends taucht ein Fremder (DJ Qualls) auf, der Jonah erstmalig von der Inversion erzähl. Der Fremde behauptet, dass er der „letzte freie Mann“ ist. Er ist etwas ganz Großem auf der Spur, der Y2K Verschwörung, so kommen die beiden ins Gespräch und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

„Buster’s Mal Heart“ von Sarah Adina Smith aus dem Jahr 2016 ist ein Film, der die Zuschauer*innen von Anbeginn an mit sehr vielen komplexen Fragen konfrontiert. Der Film eröffnet mit einer Szene, in der wir ein Boot auf offener See beobachten, am Horizont verschwindet die Sonne im Meer und wir sehen zwei Silhouetten an Bord. Später wird uns klar, dass es sich bei der einen Schattengestalt um Buster handelt, aber wer ist die andere Person? Weiterhin müssen wir uns Fragen, wer der Namenlose ist, der versucht Jonah von der „großen Wahrheit“ zu überzeugen. Wie hat sich Jonah zu Buster entwickelt? Wo sind seine Frau und seine Tochter? Was ist real?


Der Film bietet uns dabei sehr spannende und teilweise verstörende Antworten, verlangt allerdings auch, dass wir uns unsere eigenen Gedanken machen. Wir bekommen nicht jede Antwort auf dem Silbertablett präsentiert, sondern müssen unsere grauen Zellen anstrengen. Gerade das macht aber den großen Reiz dieses Films aus; wie bei einem spannenden Krimi rätselt man, was passiert und wartet darauf, den nächsten kleinen Informationsfetzen geliefert zu bekommen.
Darüber hinaus ist der Film eine Abrechnung mit gesellschaftlichen Zwängen. Die Hauptfigur ist eine Person, deren größter Wunsch es ist in Freiheit zu leben, ohne sich für andere Bücken zu müssen. Er gibt alles, um einen Ausweg zu finden. Leider scheint der einzige Weg, um wirkliche Unabhängigkeit zu erlagen, Geld zu sein. Er arbeitet sich, also bis zur totalen Erschöpfung, damit er seiner Tochter und seiner Frau ein besseres Leben bieten kann. Da er keinen Schulabschluss hat, ist dieser Job das Einzige, dass Ihm Sicherheit bietet, sollte er ihn verlieren ist er am Ende. Regisseurin Smith zeigt uns auf diese Weise eindrucksvoll, wie schwierig es ist, der Armut aus eigener Kraft zu entfliehen und welche Spuren das bei einem Menschen hinterlassen kann, wenn man permanent um die eigene Existenz fürchten muss. So wird Jonah in einer Szene die Frage gestellt, ob er ok ist, statt dem Reflex nachzugeben und zu bejahen, beantwortet er die Frage mit einem „Nein, ich bin nicht ok. Ich bin müde“.

Der Film hält uns zusätzlich den Spiegel vor, wie wir Obdachlose in der Gesellschaft wahrnehmen. Niemand stellt sich die Frage, warum Buster durch die Wildnis streift und in fremder Leute Häuser einbricht, stattdessen fürchten sich alle vor dem vermeintlich Verrückten.

Für die Hauptrolle hätte sich Frau Smith niemand passenderen suchen können als Rami Malek. Im Jahr 2016, war Malek noch nicht der Superstar, der er spätestens durch seine überragende Performance als Freddy Mercury in „Bohemian Rhapsody“ geworden ist. Es gab zwar bereits einige Nebenrollen in Filmen wie „Nachts im Museum“, oder dem letzten Teil der Twilight Reihe, zu wirklicher Bekanntheit kam es dann aber durch seine Hauptrolle in der Serie „Mr. Robot“, in der er den Hacker Elliot Alderson spielt. In dieser Rolle ist er ebenfalls eine Figur, die sich am Rande der Gesellschaft bewegt und versucht diese auszuhebeln. Er beweist in all seinen Rollen regelmäßig was er für ein vielseitiger Schauspieler ist, vom Rockstar über den Pharao, bis hin zum introvertierten Nerd. Seine schauspielerische Vielseitigkeit stellt er auch in „Buster’s Mal Heart“ unter Beweis, so ist er in einem Moment der „verrückte“ Buster, der die Bilder in fremden Ferienhäusern umdreht und im nächsten Moment der liebende Vater, der sich aufopferungsvoll um seine kleine Tochter kümmert.


Alles in Allem ist „Buster’s Mal Heart“ ein wirklich toller Film. Selbst wenn ich einiges für mich rausziehen konnte und der Film mir Denkanstöße gegeben hat, habe ich den Eindruck, dass ich damit nur an der Oberfläche kratze und bei mehrmaligem Schauen, noch wesentlich mehr kleine Details entdecke. Gerade für Fans von Rami Maleks Performance in „Mr. Robot“ ist dieser Film ein absolutes Muss, aber auch alle anderen sollten mal einen Blick wagen.

Bewertung: 7 von 10.

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